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Tiergestützte Pädagogik – Wie Tiere unsere pädagogische Arbeit bereichern

  • unser15
  • 3. Mai
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 27. Juli


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Von Herz zu Herz – wenn Tiere in der Bildung begleiten

Stell Dir vor, ein Kind sitzt in der Schule, zurückhaltend, vielleicht ein wenig verschlossen. Neben ihm liegt ein ruhiger Hund – sanft, wachsam, da. Es braucht keine Worte. Der Blick des Kindes wird weicher, die Schultern entspannen sich. Der Hund ist da. Einfach so. Und genau das verändert alles.

In der tiergestützten Pädagogik geht es um weit mehr als nur den Einsatz eines Tieres im Klassenzimmer oder in der Einrichtung. Es geht um Beziehung. Um Vertrauen. Um Entwicklung auf Augenhöhe. Um eine leise, aber kraftvolle Unterstützung, die Kinder und Jugendliche in ihrer Ganzheit stärkt – emotional, sozial, kognitiv und motorisch.


Was ist tiergestützte Pädagogik eigentlich genau?


Tiergestützte Pädagogik bedeutet: Tiere – häufig sind es Pädagogikbegleithunde oder Schulhunde – werden bewusst und achtsam in pädagogische Prozesse eingebunden. Und zwar nicht als nettes Beiwerk, sondern als gleichwertige Teammitglieder.

Mensch-Hund-Teams arbeiten dabei bindungsorientiert, partnerschaftlich und achtsam. Die Bedürfnisse des Tieres sind genauso wichtig wie die der Kinder. Es geht nicht um Dressur, sondern um Beziehung und um ein Miteinander.


Warum Tiere so kraftvoll wirken

Tiere urteilen nicht. Sie nehmen Menschen so an, wie sie sind – mit all ihren Eigenheiten, Unsicherheiten und Stärken. Genau deshalb öffnen sich Kinder oft leichter in der Gegenwart eines Hundes oder Kaninchens.

Vielleicht kennst Du das auch: Ein Kind, das kaum spricht, beginnt plötzlich zu erzählen – nicht Dir, sondern dem Hund. Ein anderes, das sich kaum konzentrieren kann, schafft es plötzlich, fünf Minuten bei der Sache zu bleiben – weil der Hund aufpasst. Diese Momente sind magisch. Und sie sind kein Zufall.


Die Wissenschaft bestätigt: Tiere…

  • fördern Empathie und soziale Kompetenzen

  • unterstützen die emotionale Regulation

  • steigern die Motivation und Konzentration

  • verbessern das Klassenklima und das Miteinander

Und: Sie bringen Freude, Leichtigkeit und Lebendigkeit in den oft starren pädagogischen Alltag.


Wo kann tiergestützte Pädagogik zum Einsatz kommen?

Tiergestützte Pädagogik ist unglaublich vielseitig. Ob in der Kita, in der Grundschule oder in der Jugendhilfe – überall dort, wo Kinder und Jugendliche begleitet, gefördert und gestärkt werden sollen, kann ein gut vorbereitetes Tier ein wunderbarer Impulsgeber sein.

Beispiele für Einsatzbereiche:

  • in Kindertagesstätten: zur Förderung von Sprache, Motorik und sozialem Miteinander

  • in Schulen: durch Schulhunde, die den Alltag begleiten, Rituale mitgestalten und Kindern Sicherheit geben

  • in Sonderpädagogik: als liebevolle Brücke für Kinder mit besonderem Förderbedarf

  • in Heimen und Einrichtungen der Jugendhilfe: um Vertrauen zu stärken und traumatisierte Kinder wieder in Beziehung zu bringen


Das Mensch-Hund-Team als Herzstück

In der tiergestützten Pädagogik arbeiten Mensch und Tier als echtes Team. Dabei tragen beide zum Gelingen bei, aber der Mensch trägt die Führung und Verantwortung.

Das bedeutet:

  • Du kennst die Bedürfnisse Deines Hundes genau.

  • Du schützt ihn vor Überforderung – z. B. durch einen klaren Rahmen und Regeln im Umgang mit dem Hund.

  • Du achtest auf klare Kommunikation – z. B. mithilfe einer Signalliste, die Dein Hund versteht.

  • Du arbeitest achtsam, empathisch und liebevoll – und achtest auf alle Beteiligten.

Ein wertvoller Helfer dabei: der Arbeitsanzug für Deinen Hund. Ob Halstuch oder Geschirr – es signalisiert: Jetzt bin ich im Arbeitsmodus. Dein Hund weiß, was er darf – z. B. Leckerchen nehmen – und wann die Arbeitszeit endet. Das schützt ihn, gibt Sicherheit und Klarheit – auch für die Menschen rundherum.


Was braucht es für tiergestützte Pädagogik?

Wenn Du mit einem Tier pädagogisch arbeiten möchtest, brauchst Du:

  • eine pädagogische Grundausbildung (z. B. als Erzieher, Lehrer, Sozialpädagogen etc.)

  • eine fachliche Weiterbildung im Bereich tiergestützter Pädagogik (zB bei uns)

  • einen Hund, der gerne mit dir und Menschen agiert und charakterlich stabil ist (wir beraten gerne)

  • ein Bewusstsein für Tierschutz, Hygiene, Versicherung und klare Strukturen

Und ganz wichtig: Deine innere Haltung. Du brauchst eine liebevolle Präsenz, Klarheit, Offenheit und Struktur für ein Kommunikationsdreieck.

Wer ist wer? Ein Überblick der Bezeichnungen und Begriffe

Vielleicht bist Du über Begriffe wie Therapiehund, Besuchshund oder Assistenzhund gestolpert.


Hier eine kurze Übersicht:

  • Pädagogikbegleithunde / Schulhunde: Begleiten Pädagogen/innen in den Alltag von Schulen/Kitas. Fördern das Miteinander und die Entwicklung.

  • Therapiehunde/ Therapiebegleithunde: Arbeiten gemeinsam mit Therapeuten und Ärzten – z. B. in der Logopädie, Ergotherapie oder Psychotherapie.

  • Besuchshunde: Kommen zu Menschen, z. B. in Seniorenheime, ohne therapeutisches Ziel (aber nicht weniger wertvoll) –  zur Freude und Kontaktförderung.

  • Assistenzhunde: Speziell ausgebildet, um Menschen mit Behinderungen im Alltag zu unterstützen (z. B. Blindenführhunde oder PTBS-Assistenzhunde).

Alle haben ihren Platz – aber in der tiergestützten Pädagogik stehen immer pädagogische Ziele im Fokus.

 

Ein Beispiel aus der Praxis: Emma und Schulhund Leo


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Emma ist Lehrerin in einer Förderschule. Ihr Labrador Leo begleitet sie zwei- bis dreimal pro Woche in den Unterricht.

Was sich verändert hat, seit Leo dabei ist?„Die Kinder kommen ruhiger an. Sie freuen sich auf Leo – und auf den Tag. Streit gibt’s seltener. Und wenn doch, hilft Leo, die Stimmung wieder zu klären. Er ist wie ein Anker.“

Leo liegt oft einfach da, hört zu, oder legt sich zu einem Kind, das gerade traurig ist. Seine bloße Anwesenheit bringt Ruhe – und Beziehung. Emma sagt: „Er ist mein Co-Pädagoge. Still, aber unglaublich wirksam.“


Worauf Du achten kannst:

Damit Deine tiergestützte Arbeit gelingt, achte auf:

  • Rituale und Strukturen: z. B. Begrüßungsrituale, klare Regeln im Umgang mit dem Tier, das Anlegen einen „Arbeitsanzuges“ für den Hund

  • Regelmäßige Pausen für das Tier – z. B. Rückzugsorte, an denen es ungestört ruhen darf

  • Empathie für alle Beteiligten – Tier, Kind, Kollegium, Eltern – da hilft es gut im Vorfeld zu informieren und Rahmenbedingungen abzuklären und zu besprechen.

  • Supervision oder Austausch mit anderen Mensch-Hund-Teams – zur Reflexion und Weiterentwicklung


Tiergestützte Pädagogik ist kein Trend. Sie ist ein Weg. Ein Weg zurück in echte Begegnung, in Beziehung, in ein Lernen, das das Herz berührt.


Wenn Du diesen Weg gehst – mit Deinem Hund an Deiner Seite – dann wirst Du nicht nur Kinder begleiten. Du wirst selbst wachsen. Und erleben, was möglich ist, wenn man mit Herz, Pfote und Verstand gemeinsam unterwegs ist.









 
 
 

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